Archiv für März 2012

Rassismus bekämpfen ohne Antifa-Ideologie!


Die Schlacht in der Cable Street im Londoner Eastend am 4. Oktober 1936

Schon bevor das Neonazitrio in den Nationalsozialistischen Untergrund ging, war es unter relativ guter demokratischer Kontrolle. Begonnen hatten Mundlos, Böhnhardt und Zschäpe ihre faschistische Aktivität im Thüringer Heimatschutz (THS), welcher von deutschen GeheimdienstlerInnen an der langen Leine geführt wurde. Nach Berichten der Berliner Zeitung und der Frankfurter Rundschau vom 16. Januar 2012 hatten deutsche Inlandsgeheimdienste mindestens fünf V-Leute und Informanten im THS. Während die Neonazis die schöne thüringische Heimat schützten, sorgten die Geheimdienste dafür, dass die Interessen der herrschenden Demokratie innerhalb der Neonaziszene gewahrt blieben.

Trotz vieler Unklarheiten eines steht jetzt schon fest: All die Fakten zeigen klar, dass der demokratische Staat nicht auf dem rechten Auge blind ist. Er sieht genau hin, wenn er faschistische Strukturen mitfinanziert und mitorganisiert. Der Staat hält sich ein paar Hausnazis. Selbstverständlich versuchen die regierenden demokratischen PolitikerInnen und hohe BeamtInnen die Tatsache der organisierten Hausnazihaltung zu vertuschen und zu verschleiern. Es werden nur einige „Pannen“ und „Kommunikationsprobleme“ als Ursachen genannt. Nein, der Fakt, dass Teile des Staatsapparates konstruktiv mit Nazis zusammengearbeitet haben, darf natürlich nicht zugegeben werden. Deshalb verkündete der Generalbundesanwalt Harald Range am 17. November 2011 zu seiner Amtseinführung auch zwei Dinge. Erstens, dass er keine Zeit zur Einarbeitung in diesen Fall brauche und dass er „keine Anhaltspunkte“ dafür sehe, „dass der Verfassungsschutz mit Mitgliedern der Zwickauer Zelle zusammengearbeitet“ habe. (mehr…)

Das Wesen der Warenproduktion

Kapitalistischer Reichtum ist verdoppelt in Waren und Geld. Eine Ware besitzt Gebrauchseigenschaften. Zum Beispiel besitzt ein Stuhl die Gebrauchseigenschaft, dass mensch sich auf ihn setzen kann. Diese Eigenschaft ist sein Gebrauchswert. Doch die kleinbürgerlichen und kapitalistischen ProduzentInnen stellen Stühle nicht in erster Linie her – beziehungsweise lassen sie herstellen –, um selbst darauf zu sitzen, sondern um sie zu verkaufen, also Geld gegen die Stühle einzutauschen. Doch das Geld macht sie nicht satt und wärmt sie nicht. Die kleinbürgerlichen und kapitalistischen Stuhlproduzenten tauschen also als KonsumentInnen das Geld gegen Lebensmittel und Klamotten, um satt und warm zu werden. Ein Großteil des eingetauschten Geldes dient aber nicht dem privaten Konsum der KleinbürgerInnen und KapitalistInnen, sondern ist dazu da, um die Stuhlproduktion aufrecht zu erhalten und zu erweitern.
Das Geld ist also das eigentliche Ziel der Stuhlproduktion. Dieses Geld tauschen die StuhlproduzentInnen gegen ihre Stühle ein. Das Geld ist also ein Tauschmittel. Ist der Tausch Geld gegen Stuhl ein willkürlicher oder gibt es da gewisse Gesetze? Es gibt wirklich gewisse Regeln auf den chaotischen Märkten. Um im Chaos des Marktes die Regel zu bestimmen hilft uns die Werttheorie. Da der Stuhl in der Warenproduktion nicht nur zum Sitzen da ist, hat er nicht nur einen Gebrauchswert, sondern auch einen Tauschwert. Dieser Tauschwert wird im Preis ausgedrückt, also wie viel Geld ein bestimmter Stuhl kostet. Nach der Werttheorie wird der Tauschwert einer Ware durch seine durchschnittliche gesellschaftlich notwendige Herstellungszeit bestimmt. Doch Tauschwert und Preis stimmen nicht überein. Da der Preis auf den Markt auch durch Angebot und Nachfrage, also durch die Konkurrenz zwischen KäuferInnen und VerkäuferInnen bestimmt wird. Der Preis schwankt also um den Tauschwert herum. Doch steigt die Arbeitsproduktivität dann sinkt der Wert einer Ware und damit auch sein Preis.
Gegen die Werttheorie kamen von bürgerlichen IdeologInnen die verschiedensten Einwände. Z.B. behaupten sie, dass die Preisbildung ausschließlich durch Angebot und Nachfrage wird bestimmt. Wir wollen diesen Einwand durch eine einfache Tatsache entkräften. Heutzutage kostet jeder stoffliche Reichtum Geld. Doch was kostete stofflicher Reichtum vor der Warenproduktion und was wird er möglicherweise auch nach der Warenproduktion wieder kosten? Zeit und Kraft! Und so ist es ja auch in der kapitalistischen Warenproduktion, nur wird dieser Fakt halt in Geld ausgedrückt. (mehr…)